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Website-Optimierung
Usability-Tests: Den Nutzern über die Schulter geschaut
Geschäftsführer
Abseits der lauten Welt der Webanalyse, in der es seit Beginn der Datenschutzdebatte noch ein wenig lauter geworden ist, gibt es leistungsfähige Alternativen. Zwar kann die datenintensive Webanalyse die Frage des "Wo?" beantworten, jedoch nicht die Frage des "Warum?". Dabei ist neben dem Wo doch genau die Frage nach dem Warum von essenzieller Bedeutung: Schließlich liefert die Antwort auf die Frage konkrete und beste Anhaltspunkte für Verbesserungen.
Einzeldisziplin Usability-Tests
Nicht nur das Wo, sondern v.a. das Warum wird mit Hilfe von Usability-Tests beantwortet. Weitere Vorteile sind zum einen, dass für die Durchführung der Tests keine Veränderungen an der Website vorgenommen werden müssen und zum anderen, dass hierbei niemals der Datenschutz berührt wird. Für die Durchführung von Usability-Tests werden mehreren Probanden Aufgaben gestellt, die sie auf der zu untersuchenden Website zu erledigen haben. Dabei werden sie von Testbegleitern und Videokameras beobachtet, um das Verhalten der Probanden später analysieren zu können.
Schon mit einer Gruppe von vier Probanden lassen sich Schwachstellen finden, die in weiteren Schritten gezielt verbessert werden können. Hier kommt der Vorteil zum Tragen, dass bereits bekannt ist, warum Probanden Schwierigkeiten hatten, die Schwachstelle zu überwinden. Das kann z.B. ein schlecht platzierter Link sein, den die Probanden schlicht übersehen haben. Werden solche Schwachstellen gezielt verbessert, bspw. mit dem Google Website Optimizer, so kann ein zweiter Durchlauf die nächsten Schwachstellen finden usw. - So wird sukzessive eine Schwachstelle nach der anderen beseitigt.
Die Mär vom Aufwand
Mit Usability-Tests verbinden viele Website-Betreiber aufwändige Tests in Usability-Testlaboren, die schnell 10.000 EUR und mehr verschlingen. Es gibt solche Tests, allerdings sind sie in den allermeisten Fällen überflüssig. Der Aufwand resultiert daraus, dass aufwändig nach "geeigneten" Probanden gesucht wird. Dazu muss die Zielgruppe definiert werden und innerhalb dieser die Probanden angeworben werden. Zudem wird – um die Messungen statistisch abzusichern und um so viele Schwachstellen wie möglich zu finden – am liebsten mit 100 oder noch mehr Probanden gearbeitet.
Das ist rausgeworfenes Geld. Wenn vier Probanden bereits Schwierigkeiten mit einer Schwachstelle haben, werden 96 weitere keine neuen Erkenntnisse bringen. Auch die Idee, gleich alle denkbaren Schwachstellen zu finden, indem man einen riesigen Haufen Probanden einsetzt, ist ziemlich aussichtslos: Geht es nach einem Problem nicht weiter, lassen sich dahinter liegende Probleme gar nicht erst entdecken.
Weniger ist mehr
Die Lösung ist so einfach wie kostengünstig: Es werden mehrere Testzyklen mit wenigen Probanden durchgeführt. Jeder Testzyklus umfasst maximal vier Probanden. Was diese finden, ist bereits 90% dessen, was Probleme bereitet. Und nicht nur eine zahlenmäßige Beschränkung ist sinnvoll, sondern auch der Verzicht auf aufwändige Zielgruppenrekrutierungen, da in den meisten Fällen auch nicht zielgruppenaffine Probanden die gleichen Schwachstellen finden wie die aus der Zielgruppe.
Nach jedem Zyklus werden die gefundenen Probleme behoben und ein neuer Zyklus beginnt. Dadurch können auf kostengünstige Weise auch Schwachstellen gefunden werden, die sich hinter anderen verbergen.
Triathlon
Richtig gut wird es, wenn Usability-Tests als Ergänzung zur Webanalyse mit Google Analytics und in Verbindung mit dem Website Optimizer eingesetzt werden. Diese Kombination läuft zur absoluten Hochform auf: Die Schwachstellen werden zunächst mit Google Analytics gefunden, um anschließend deren Ursachen mit Usability-Tests zu ermitteln. Die Ergebnisse aus dem Usability-Test fließen sodann in gezielte Tests mit dem Website-Optimizer ein. Mit dieser Kombination aus leistungsfähigen Instrumenten wird die Verbesserung der eigenen Website zur Erfolgsgeschichte.
Fazit
Die Webanalyse ist weitaus mächtiger als Usability-Tests und kann zu vielen Fragestellungen detailliertere Ergebnisse liefern. Aber wenn es um die simple – aber wichtige – Frage geht, was auf der Website nicht stimmt und v.a., warum das so ist, können Usability-Tests viel schneller und gezielter Antworten liefern. Unschlagbare Vorteile der Usability-Tests sind die Möglichkeit, solche Tests extrem kostengünstig durchzuführen und die Beantwortung der Frage nach dem Warum durch die Probanden selbst. So können weiterführende Optimierungstests auf diesen Antworten aufbauen und dadurch sinnlose Ratereien vermieden werden.
Heiko Haller
Geschäftsführer
Heiko Haller ist seit 2000 Inhaber und Geschäftsführer der Internet-mit-IQ GmbH. Seit 2003 setzt er den Schwerpunkt auf Online-Werbung und Online-Marketing und hat damit das Unternehmen zu einer der größten inhabergeführten Online-Marketing-Agenturen Deutschlands gemacht. Durch sein Ideenreichtum, seine Weitsicht und seine einzigartige Art, die Spreu vom Weizen trennen zu können, hat Heiko Haller sein Unternehmen zu etwas Besonderem gemacht, das seit mehr als einem Jahrzehnt Bestand hat und erfolgreich ist.